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KARL STORZ
ZEISS
Grußwort Bundesärztekammer
Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery
Prof. Dr. med.
Frank Ulrich
Montgomery
 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr verehrte Damen und Herren,

Chirurgie ist die intendierte Körperverletzung zum Zwecke der Behandlung. Chirurgie stellt einen fundamentalen Eingriff in die körperliche Unversehrtheit, die Selbstständigkeit und die Persönlichkeit eines Menschen dar. Es lässt sich kaum eine verletzlichere Situation vorstellen als die eines Patienten in Narkose auf dem OP-Tisch. Das Motto des 134. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie ist daher gut gewählt: „Verantwortung, Vertrauen, Sicherheit“.

Verantwortung tragen kann nur, wer auch wirksamen Einfluss auf sein Handeln hat. Dem steht die zunehmende Ökonomisierung des Arztberufes entgegen. Der 119. Deutsche Ärztetag 2016 hat sich daher einstimmig positioniert: „Ökonomisierung ist dann abzulehnen, wenn betriebswirtschaftliche Parameter individuelle und institutionelle Ziele ärztlichen Handels definieren, ohne dass es eine am Patientenwohl orientierte medizinische Begründung gibt.“ Die medizinisch-fachliche Ungebundenheit des Arztes an Weisungen und die im ärztlichen Berufsrecht verankerte Verpflichtung zur Übernahme von Verantwortung für das Wohl seines Patienten sind ein wirksamer Patientenschutz. Ohne diese Unabhängigkeit wäre der Arztberuf nicht mehr, was er ist und immer bleiben muss: ein Freier Beruf.

Vertrauen ist besonders wichtig, wo es Unsicherheiten und Risiken gibt – und welcher Patient wollte diese leugnen angesichts der Gewissheit von Körperverletzung in völliger Wehrlosigkeit. Vertrauen nimmt dem Patienten die Angst vor dem Eingriff und gibt dem Chirurgen die nötige Handlungsfreiheit für sein Vorgehen. Doch gerade Chirurginnen und Chirurgen müssen Vertrauen zu ihren Patientinnen und Patienten in kürzester Zeit aufbauen. Denn das Bündnis ist intensiv, aber zeitlich sehr begrenzt und gezielt auf den zu erfolgenden chirurgischen Eingriff ausgerichtet. Voraussetzung ist eine gute Patienten-Arzt-Beziehung. Es geht nicht nur um Handanlegen, sondern vorher und nachher auch das Handauflegen – das sich Kümmern.

Vertrauen heißt auch Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Es ist ärztliche Aufgabe, Nachwuchs und Kollegen so aus- und weiterzubilden und zu führen, dass dieses Zutrauen wachsen kann – und auch gerechtfertigt ist. Es geht – wenn ich das schon in der Systematik der gerade entstehenden (Muster-) Weiterbildungsordnung sagen darf – um Kennen, Können und Beherrschen der Spezifika des mit acht Facharztkompetenzen differenziert strukturierten Gebietes Chirurgie einerseits und eine besondere Kommunikationsfähigkeit und Empathie andererseits.

So kann der Arzt seiner Verantwortung gerecht werden, sich das Vertrauen der Patientinnen und Patienten verdienen und hat beste Voraussetzungen für die höchstmögliche Sicherheit des Eingriffs.

Die für den 134. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie gewählte Losung „Verantwortung, Vertrauen, Sicherheit“ ist ein wichtiger Leitgedanke, der zurück an die Basis des ärztlichen Wirkens führt.

Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern übersende ich herzliche Grüße und beste Wünsche für einen erfolgreichen Verlauf und lebendigen Austausch des Kongresses.

Ihr

Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery
Präsident der Bundesärztekammer